Hillmannplatz wiederbeleben – Wohlfühlort statt Angstraum in der City

Antrag der Fraktion der FDP Bremen.

Der Hillmannplatz ist ein zentraler Ankunftsort in Bremen und Zugangspunkt zur Innenstadt. Täglich passieren hier tausende Menschen den Weg vom Hauptbahnhof, Fernbusbahnhof und den umliegenden Parkhäusern in Richtung City. Was sie dort vorfinden, prägt ihr Bild von Bremen.

Im August 2024 haben wir als FDP-Fraktion mit dem Antrag „Sicher und attraktiv – Bremer Hillmannplatz wiederbeleben!“ (Drs. 21/352 S) 13 konkrete Forderungen zur Verbesserung der Lage am Hillmannplatz in die Stadtbürgerschaft eingebracht. Alle Fraktionen erkannten die Problemlage an. 

Seitdem sind eineinhalb Jahre vergangen. Die Kriminalitätsstatistik ist dank der Soko „Junge Räuber“ und der erhöhten Polizeipräsenz zwar etwas rücklaufig. Die strukturellen Probleme sind geblieben: So kam es erneut zu mehreren Messerangriffen am Hillmannplatz. Das Dorint-Hotel hat im März 2026 seinen Betrieb eingestellt – 230 Hotelzimmer, die dem Platz Frequenz und Leben gebracht haben, sind weggebrochen. Der ehemalige Kiefert-Wurstpavillon an der Bahnhofstraße steht seit fast zwei Jahren leer und verfällt zusehends. 

Auf Anfrage der FDP-Fraktion teilte der Senat mit, es werde geprüft, ob der Pavillon abgerissen werden soll. Ein Gesamtkonzept für den Hillmannplatz liegt bis heute nicht vor.

Den Anrainern, Gastronomen und Geschäftsleuten am Hillmannplatz darf der politische Stillstand nicht länger zugemutet werden.

Beschlussempfehlung:

Die Stadtbürgerschaft möge beschließen:

Die Stadtbürgerschaft erkennt die besondere Bedeutung des Hillmannplatzes als zentrales Eingangstor zur Bremer Innenstadt an. Die Sicherheit, Sauberkeit und Attraktivität dieses Platzes sind entscheidend für das Bild der Stadt, die wirtschaftliche Stabilität der ansässigen Betriebe und das Sicherheitsempfinden der Bremerinnen und Bremer.

Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf,

  1. in Gesprächen mit dem privaten Eigentümer die Voraussetzungen dafür zu schaffen, den ehemaligen Kiefert-Pavillon Philosophenweg/Ecke Bahnhofstraße in die Mitte des Hillmannplatzes zu versetzen. Die Stadt unterstützt beim Transport und ermöglicht den Anschluss an die vorhandene Infrastruktur. Die Betreibung erfolgt durch einen privaten Gastronomen mit einem frei wählbaren gastronomischen Konzept. Sollte der Pavillon bautechnisch nicht versetzbar sein, ist die Errichtung eines gleichwertigen Gastro-Pavillons in Zusammenarbeit mit privaten Investoren zu prüfen,
  2. bis zum Ende des Jahres 2026 ein konkretes städtebauliches Aufwertungskonzept für den Hillmannplatz und das umliegende Areal vorzulegen, das insbesondere die Erneuerung der Beläge, eine bessere Platzgestaltung und die Schaffung von Aufenthaltsqualität umfasst,
  3. aktiv zu prüfen, welche Förderprogramme von Bund, Land oder Europäischer Union für die Umsetzung des städtebaulichen Aufwertungskonzepts genutzt werden können, und entsprechende Anträge ohne Verzögerung zu stellen,
  4. die Beleuchtung am Hillmannplatz dauerhaft und professionell zu modernisieren, um dunkle Bereiche zu beseitigen und das Sicherheitsgefühl der Passanten zu verbessern. Temporäre Lichtinstallationen aus dem auslaufenden Projekt „Tatkraft Hillmannplatz“ sind durch eine dauerhafte Lösung zu ersetzen,
  5. die bisher ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen am Hillmannplatz zu verstetigen. Die mobile Videobeobachtung ist dauerhaft fortzusetzen und dem Parlament sind die Ergebnisse der bisherigen Evaluierung vorzulegen. Die verstärkte Polizeipräsenz durch die Taskforce Hauptbahnhof und die Soko „Junge Räuber“ darf nicht zurückgefahren werden; verlässliche, regelmäßige Bestreifung ist insbesondere in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden sicherzustellen,
  6. Veranstaltungen am Hillmannplatz aktiv zu ermöglichen und zu fördern, indem einfache und verlässliche Genehmigungsverfahren geschaffen, die nötigen Rahmenbedingungen bereitgestellt und die öffentliche Sicherheit sichergestellt wird, mit dem Ziel, traditionsreiche Veranstaltungen wie das Bremer Weinfest wieder am Hillmannplatz zu ermöglichen,
  7. einen regelmäßigen, strukturierten Dialog zwischen den zuständigen Behörden, den Gastronomen, Geschäftsleuten und Anwohnern am Hillmannplatz einzurichten, der konkrete Ergebnisse statt symbolischer Beteiligung liefert,
  8. den städtischen Deputationen für Inneres, für Wirtschaft und Häfen sowie für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung halbjährlich über die Entwicklung am Hillmannplatz und den Stand der Umsetzung der unter Ziffer 1 bis 7 genannten Maßnahmen zu berichten.