Förderzentrum auf dem Abstellgleis! Wann werden Bremer Bildungseinrichtungen konzeptionell, personell und architektonisch für nachhaltige Bildungsqualität stehen?

Aktuelle Stunde der FDP-Fraktion Bremen.

Am 15. Januar 2020 hat die Presse über den schlechten baulichen Zustand des Förderzentrums für sozial-emotionale Entwicklung an der Fritz-Gansberg-Straße (FöZ) berichtet. Theoretisch ist das Förderzentrum seit der Einführung der inklusiven Beschulung mit dem Schulgesetz von 2009 nicht mehr vorgesehen. Die Zentren für unterstützende Pädagogik sollen die Umsetzung des inklusiven Unterrichts sichern und die Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren in besonders schwierigen Situationen unterstützen.

In der Realität aber kommt dem FöZ als Durchgangseinrichtung bis heute eine wichtige Funktion bei der zeitlich begrenzten Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Problemen im sozialen und emotionalen Bereich zu. Die Regelschulen sind auf die Unterstützung des FöZ angewiesen, da es immer dann aktiv wird, wenn die bisherigen Integrationsbemühungen erfolglos waren. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schülern aufzufangen und wieder auf den Regelschulbetrieb vorzubereiten. Trotz der gelebten, vom persönlichen Engagement einzelner getragenen Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Inklusion im Bremer Bildungssystem fehlt bis heute ein klares Bekenntnis zur zukünftigen personellen und konzeptuellen Aufstellung des FöZ. Die fehlende offizielle Positionierung zum FöZ seit 2009 spiegelt sich in den mangelnden Investitionen in die Infrastruktur des Schulstandortes wider, die Liste der Baumängel ist inzwischen lang.

Am Beispiel des Förderzentrums für sozial-emotionale Entwicklung an der Fritz-Gansberg-Straße werden die Folgen eines massiven Investitions- und Reformstaus und den daraus resultierenden untragbaren Zuständen an Bremer Bildungseinrichtungen symptomatisch deutlich. Neben den sichtbaren architektonischen Mängeln müssen auch projektplanerische, inhaltlich konzeptionelle und personelle Defizite in den Blick genommen werden, um nachhaltige Bildungsqualität in Bremen zu verwirklichen.

 

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