Doppelmord von Vegesack: Das ganze System muss auf den Prüfstand!

Thore Schäck: „Wer Beamte bedroht mit einer Waffe bedroht, wer mit einer Pistole um sich schießt, der ist eine Gefahr für die Gesellschaft. Wir dürfen nicht immer erst handeln, wenn es zu spät ist. Wir müssen die Menschen schützen.“

Brandon C. soll letzte Woche ein Ehepaar aus Vegesack ermordet haben. Er war schon zuvor auffällig geworden, als er mit einer Luftpistole um sich schoss und Beamte mit einem Bajonett bedrohte. Trotzdem kam er nach psychologischer Begutachtung schnell wieder auf freien Fuß. Ärzte und Polizei üben harte Kritik an dem Vorgehen. Die FDP-Fraktion fordert, das ganze System auf den Prüfstand zu stellen und anzupassen.

Thore Schäck, Fraktionsvorsitzender der FDP Bremen:

„Die Einschätzungen von Forensikern und Polizisten müssen ein Weckruf sein. Wenn Menschen mit erheblichem Gefährdungspotenzial immer wieder durch das Raster fallen und kurze Zeit später erneut zur Gefahr für andere werden können, hat das System ein ernstes Problem. Der Schutz der Bevölkerung muss bei allen Entscheidungen oberste Priorität haben.“

Schäck weiter:

„Niemand fordert, Menschen ohne medizinische Grundlage dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Wer jedoch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und nicht unter das Psychiatriegesetz fällt, muss konsequent mit den Mitteln des Strafrechts behandelt werden. Gleichzeitig muss der Senat dafür sorgen, dass in den psychiatrischen Einrichtungen genug Plätze vorhanden sind, wenn eine Unterbringung tatsächlich erforderlich ist. Das aktuelle System weist offenbar große Lücken auf. Diese müssen jetzt geschlossen werden, bevor weitere Menschen zu Schaden kommen.“