Plattdeutsch in Bremen: Wie wichtig ist dem Senat die Regionalsprache?

Kleine Anfrage der FDP-Fraktion Bremen.

Plattdeutsch ist in Bremen weit mehr als eine Regionalsprache. Sie steht für kulturelle Identität, historische Verwurzelung und regionale Zusammengehörigkeit.
Ihr Erhalt ist jedoch keine Selbstverständlichkeit: Über Jahre war Plattdeutsch gesellschaftlich und politisch unterrepräsentiert, wodurch es heute als gefährdet gilt.
Um Plattdeutsch dauerhaft lebendig zu erhalten und zu fördern, ist es unerlässlich, nicht nur symbolisch zu handeln, sondern konkrete Maßnahmen zur Wissensvermittlung zu ergreifen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

  1. Nach welcher Konzeptgrundlage arbeitet das Länderzentrum für Niederdeutsch und wie haben sich die Themen- und Arbeitsschwerpunkte seit Gründung entwickelt?
  2. Über welche eigene Strategie verfügt der Senat, um seiner Verpflichtung zur Förderung und Stärkung des Niederdeutschen nachzukommen?
    a. Wann wurde diese zuletzt aktualisiert?
    b. Welche quantifizierbaren Ziele wurden definiert und bislang erreicht?
    c. Wie sind die Zuständigkeiten zwischen Kultur-, Bildungs-, Wissenschafts- und Sozialressort geregelt und welches Ressort hat die Federführung?
  3. Welche Maßnahmen und Projekte wurden vom Senat und/oder Länderzentrum für Niederdeutsch auf den Weg gebracht, um den Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Wissensvermittlung über die nationalen Minderheiten in Bezug auf die Sprechergruppe Niederdeutsch umzusetzen, und wie ist der Umsetzungsstand?
  4. Wie gestalten nach Kenntnis des Senats die Länder Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein dessen Umsetzung und wie bewertet der Senat das Niederdeutsch-Gesetz in Brandenburg?
  5. In welcher Höhe sind in den vergangenen fünf Jahren Mittel für niederdeutsche Kulturprojekte und -veranstaltungen beantragt und bewilligt worden? (Bitte jeweils jährlich mit Maßnahmentitel angeben.)
  6. Welche Schulen im Land Bremen bieten aktuell Plattdeutsch an?
    a. Wie haben sich die Zahl der Profilschulen Niederdeutsch und Plattdeutschangebote an Schulen im Land Bremen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
    b. Welches Fortbildungsangebot besteht für pädagogisches Personal und wie ist die Inanspruchnahme?
    c. Inwiefern ist eine Ausweitung des Angebots, bspw. auf Kindertagesstätten, geplant und wie kann ein solches Angebot realisiert werden?
  7. Welche Initiativen zur digitalen Sprachförderung gibt es bzw. sind geplant, z.B. Online-Plattformen, Sprach-Apps oder Social-Media-Projekte?
  8. Wann wird der Länderteil Bremens zum 8. Bericht der EU-Sprachencharta veröffentlicht und in welcher Form erfolgt eine Beteiligung des Beirats Plattdeutsch?
  9. Welche Beschlüsse und/oder Empfehlungen des Beirats Plattdeutsch hat der Senat bislang aufgegriffen und umgesetzt, und wie wird die Wirksamkeit der Beiratsarbeit evaluiert?
  10. Inwiefern sind das Länderzentrum für Niederdeutsch und die mit ihm vernetzten Einrichtungen und Akteure aus Sicht des Senats inhaltlich attraktiv und zukunftsfähig aufgestellt?
  11. Mit welchen Maßnahmen ist in den kommenden fünf Jahren geplant, Niederdeutsch weiter zu fördern und stärker in der beruflichen Bildung, Pflege und Verwaltung sichtbar zu machen?