Krebs-Fehldiagnosen im Klinikum-Mitte: FDP fordert unabhängige Kontrollinstanz

Ole Humpich: „Das ist ein medizinischer Super-GAU, der das Vertrauen in unser Gesundheitssystem erschüttert. Die Geno-Aussagen, man habe lediglich überinterpretiert, sind eine Frechheit gegenüber den Betroffenen. Hier handelt es sich nicht um eine Überdosis Globuli, sondern um einschneidende, lebensverändernde Eingriffe!“

Nach Bekanntwerden schwerwiegender Diagnosefehler in der Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte fordert die FDP-Fraktion Bremen umfassende Konsequenzen. Über 30 Brustkrebspatientinnen erhielten aufgrund fehlerhafter Befunde aggressive Therapien, obwohl diese medizinisch nicht erforderlich gewesen wären. Die Sprecherin der Gesundheit Nord (Geno) sprach von einer „Übertherapie“.

Dazu der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Ole Humpich:

„Was diese Frauen erleben mussten, ist kaum in Worte zu fassen: Die psychische Belastung einer Krebsdiagnose, der körperliche Kampf durch eine Chemotherapie und das alles wegen eines fehlerhaften Befundes. Das ist ein unfassbares Versagen und erschüttert das Vertrauen in unser Gesundheitssystem massiv. Die Geno muss jetzt beweisen, dass sie aus dem Fall lernt und zwar nicht in Form von PR-Floskeln, sondern durch Ehrlichkeit und klare Reformen. Wer diese Reihe an Fehldiagnosen als ‚Übertherapie‘ abtut, verleugnet das Leid der Betroffenen und erweist dem Gesundheitssystem einen Bärendienst.“

Humpich weiter:

„Dass solche massiven Fehler über Monate unbemerkt bleiben konnten, lässt sich jedoch nicht an einzelnen Personen festmachen. Das ist ein strukturelles Kontrollversagen. Damit das nicht mehr vorkommt, fordern wir eine unabhängige Instanz zur Prüfung sensibler Befunde in kommunalen Kliniken – inklusive verpflichtendem Vier-Augen-Prinzip und einem Rechtsanspruch auf Zweitmeinung. Neben organisatorischen Konsequenzen braucht es auch Unterstützung für die betroffenen Frauen. Wir reden hier über Körperverletzung, tiefgreifende Einschnitte in das Leben der Patientinnen. Jede einzelne hat ein Anrecht auf vollständige Aufklärung, professionelle Hilfe bei der Verarbeitung dieses Schocks und Schmerzensgeld.“