Innovative Anbindung stärken – Umsetzung autonomer Quartiersbusse in Bremen vorantreiben
Antrag der Fraktion der FDP Bremen:
Die Mobilitätswende in Bremen erfordert innovative Lösungen, sowohl zur Erschließung von Wohnquartieren im Stadtzentrum als auch besonders für die „letzte Meile“ in den Randlagen außerhalb des Zentrums. Autonom fahrende Kleinbusse bieten die Möglichkeit eines Einstiegs in den autonom fahrenden ÖPNV um den ÖPNV perspektivisch flexibler und kostengünstiger zu gestalten. Damit kann der MIV (Motorisierten Individualverkehr) reduziert werden, indem die Lücke zwischen Haltestelle und Haustür geschlossen wird.
Auch in innenstadtnahen Gebieten könnte über autonome Quartiersbusse eine Erschließung verbessert werden. Hier würde sich etwa die Überseestadt als in sich geschlossenes Quartier anbieten. Denn eine dort bislang geplante Erschließung mit einer Straßenbahnbrücke über den Europahafen wird auf absehbare Zeit nicht finanzierbar sein. Autonom fahrende Kleinbusse könnten genau dort eine Alternative darstellen, um Wohnquartiere in einer entsprechend attraktiven Taktung an die ÖPNV- Achsen anzubinden. Weitere Möglichkeiten wären die Nutzung als Shuttle im Zuge eines intermodalen Verkehrs. Als Quartiersshuttle könnten sie Quartiersgaragen anbinden, die aufgrund ihrer Lage am Rande von Wohnbebauung ansonsten unattraktiv wären. Auch die Anbindung von P&R-Parkplätze zur Innenstadt oder die Erschließung von Gewerbegebieten könnte durch autonom fahrende Kleinbussysteme verbessert werden. Bewähren sich solche Kleinbussysteme im Betrieb ist auch eine Übertragung auf Midibusse und größere Busse denkbar auf dem Weg zum autonom fahrenden ÖPNV.
Bremen hat mit dem Safety Control Center, V2X-Infrastruktur und erfolgreichen Testprojekten für autonome Shuttles beste Voraussetzungen für die nächste Stufe intelligenter Mobilität. Aktuell wird ein autonom fahrender Kleinbus getestet. Eine Skalierung und Übertragung auf den ÖPNV sowie eine tatsächliche Nutzung durch Fahrgäste, wie es etwa aktuell in Hamburg mit einem autonomen On-Demand-Angebot mit bis zu 20 Fahrzeugen oder künftig auch im Linienbetrieb getestet wird, steht allerdings in Bremen noch aus.
Beschlussempfehlung:
Die Stadtbürgerschaft möge beschließen:
Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf,
- in Zusammenarbeit mit Automobilwirtschaft, ÖPNV-Unternehmen wie der BSAG und lokalen Forschungseinrichtungen (z.B. Uni Bremen, TOPAS gGmbH) die technische und organisatorische Umsetzung des Einsatzes von autonomen Kleinbussen als Quartiersbusse sowohl im On-Demand-Verkehr als auch im Linienverkehr voranzutreiben und umzusetzen,
- dabei die bisherigen Erfahrungen im Bereich autonomes Fahren aus Bremen und die Erfahrungen mit der Erprobung und Anwendung von autonom fahrenden Kleinbussen anderer Städte aufzugreifen,
- perspektivisch den Einsatz größerer Busse voranzutreiben und die Infrastruktur dementsprechend darauf vorzubereiten,
- dafür neben einem Projekt als „Last-Mile“-Lösung in einem Bremer Wohnquartier mit geringer ÖPNV-Anbindung in Stadtrandlage auch ein Projekt für die Erschließung eines Innenstadtnahen Quartiers z.B. Überseestadt zu erstreben,
- alle rechtlichen Rahmenbedingungen nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) zur Erprobung autonomer Systeme aktiv zu nutzen und zu prüfen welche Förderanträge für Teststrecken gestellt werden können.