Bremer Pflege am teuersten – FDP fordert Pflege-Revolution
Ole Humpich: „Wir müssen die hohen Pflegekosten unbedingt senken – das kann sich ja fast niemand mehr leisten. Der Senat muss tätig werden, bevor die Kosten weiter explodieren. Wir haben Vorschläge gemacht, jetzt muss Rot-Grün-Rot nachziehen.“
Laut einer Statistik des VDEK müssen Bremer am meisten für einen Pflegeplatz bezahlen – im Schnitt 3.637 Euro pro Monat. Die FDP-Fraktion Bremen hat ein Positionspapier mit konsequenten Maßnahmen für eine Reform des Bremer Pflegesystems erarbeitet.
Dazu Ole Humpich, stv. Vorsitzender und Sprecher für Gesundheit der FDP-Fraktion Bremen:
„Die Kosten-Explosion bei der Pflege muss ein Alarmsignal sein. In Bremen müssen Pflegebedürftige monatlich über 700 Euro mehr zahlen als in Niedersachsen – da steckt der Fehler im System, anders ist das nicht zu erklären. Deshalb müssen wir an dieses System ran – und zwar ohne Samthandschuhe. Das heißt: Klare Reformen, weniger Bürokratie, kreative Modelle für Pflegebedürftige und Personal. Die Kosten-Spirale hat eine gefährliche Dynamik entwickelt, wir müssen sie jetzt mit allen Mitteln stoppen. Sonst lassen wir die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen und die diese am meisten verdient haben, im Stich – das dürfen wir auf keinen Fall zulassen!“
Humpich weiter:
„Die Pflege ist grundsätzlich ein attraktives Berufsfeld, aber nur mit warmen Worten kommen wir nicht vorwärts. Deshalb fordern wir mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsspielräume für Pflegekräfte. Wer am Bett arbeitet, soll mehr Kompetenzen erhalten. Dann müssen wir uns alternative Wohnmodelle anschauen, wie z.B. betreutes Wohnen, diese müssen zentrale Diskussionsgrundlage werden. Eine Pflege@Home-Initiative soll die häusliche Pflege stärken. Menschen, die zu Hause bleiben wollen, sollen dies auch können. Ein zentraler Schwerpunkt ist das Pflegezeit-Bonuskonto für pflegende Angehörige. Wer familiär Pflege leistet, soll Zeitgutschriften erhalten, die für Freistellungen, Weiterbildungen oder als Rentenbonus nutzbar sind. Pflege darf nicht zur Armutsfalle werden. Wenn wir in Bremen auch nur einen Teil dieser Maßnahmen beschließen, würden wir die Situation vieler Pflegebedürftige und Pflegenden erheblich verbessern.“
Das komplette Positionspapier mit allen Maßnahmen finden Sie im Anhang.