Bremens Weg aus der Pandemie: Wer soll bei Impfstoffmangel und knappen Ressourcen wann und wie geimpft werden?

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Am Wochenende wurde bekannt, dass ein breites Bündnis an Bremer Kaufleuten und Unternehmen die Bemühungen um die Verteilung des Corona-Impfstoffs unterstützen will. Dazu haben sie ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, dass die Impfung von bis zu 15.000 Menschen am Tag ermöglichen soll. So könnte innerhalb von wenigen Monaten ein Großteil der bremischen Bevölkerung geimpft werden. 

Die bisherigen Pläne des Senats sehen lediglich 1.500 Impfungen pro Woche vor. Sie reichen nicht aus, in Bremens Bevölkerung eine nachhaltige Immunität gegen das Corona-Virus zu schaffen. Als Folge müssten die von der Bevölkerung erduldeten Einschränkungen noch bis weit ins nächste Jahr bestehen bleiben. Angesichts dieser hohen gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Belastung muss für Bremen unbedingt eine höhere Impfrate angestrengt werden. Die vorgestellte Initiative der privaten Unternehmerinnen und Unternehmer zeugt nicht nur von ihrer Verantwortung für Bremen, sie lässt auch erahnen, wie dringend eine schnelle Rückkehr zu einem Leben ohne Einschränkung für die Gesellschaft ist.

Voraussetzung für die Impfung eines Großteils der bremischen Bevölkerung ist die grundsätzliche Verfügbarkeit des Impfstoffs. Zwar ist bisher unklar, wie viele Impfdosen im Laufe der ersten Monate in Bremen zur Verfügung stehen werden. Unabhängig davon aber würde Bremen massiv davon profitieren, wenn die verfügbaren Impfdosen möglichst schnell verimpft werden könnten. Jede Impfung kann Leben retten. 

Tatsächliches Nadelöhr bei der Impfung ist das Personal. Da der vorhandene Impfstoff derzeit noch bei ca. -70° Celsius gelagert werden muss, kommen die Arztpraxen als Verteilstelle für den Impfstoff momentan nicht in Frage. Daher ist es wichtig, für die Impfzentren im Land Bremen ausreichend qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen. Hierfür sind beispielsweise auch die privaten Personalverleihunternehmen miteinzubinden. Daneben braucht es auch viele Kräfte, die nicht medizinische Tätigkeiten ausüben, wie beispielsweise die Terminkoordination, die Anmeldeformalitäten und die Betreuung. 

Neben der Organisation des Impfprozesses steht auch die Frage im Raum, wer prioritär geimpft werden soll. Gut vorstellbar ist, Menschen in Gesundheitsberufen und besonders vulnerable Gruppen zuerst zu impfen, wie es von der ständigen Impfkommission, dem Deutschen Ethikrat und der Leopoldina empfohlen wird. Es braucht hier schnellstens für Deutschland und Bremen ein verbindliches und einheitliches Konzept, das auch innerhalb der Gruppen priorisiert, damit sich jeder in der Bevölkerung darauf einstellen kann, wann wem Zugang zum Impfstoff gewährt wird. 

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