Bremen wieder Schlusslicht: Viel zu geringe Betreuungsquote für unter Dreijährige!

Aktuelle Stunde der Fraktion der FDP.

Die jüngst veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Zahl der Kinder unter drei Jahren in der Kindertagesbetreuung geben erneut Anlass zur Sorge. Mit 29 Prozent hat Bremen bundesweit die schlechteste Betreuungsquote und liegt damit 6 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen sind sehr groß. In Ländern wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreichen die Kommunen im Schnitt fast 60 Prozent. Auch Hamburg hat mit 46,7 Prozent eine ver-gleichsweise hohe Betreuungsquote erreicht und kann damit die Früchte einer intensiven Bil-dungsoffensive und der Umsetzung des Gutschein-Modells für die Kitafinanzierung ernten.


Ein entsprechender Trend lässt in Bremen leider auf sich warten. Obwohl der Rechtsan-spruch auf frühkindliche Bildung und Betreuung seit vielen Jahren besteht, kann der rot-rot-grüne Senat diesen nach wie vor nicht umsetzen. Zwar wurde in den letzten Jahren die Be-treuungslandschaft ausgebaut, angesichts der dringenden städtischen Probleme reichen die-se Bemühungen jedoch nicht aus. Die Auswirkungen sind auf unterschiedlichsten Ebenen spürbar: Bremen hat im Vergleich der Großstädte wenige Frauen in einem sozialversiche-rungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, auch die Armutsquote der Gesamtbevölkerung sowie von Kindern steigt in den vergangenen Jahren stetig an. Der sozialräumlichen Polarisie-rung der Stadtgemeinschaft wird nicht entschieden genug entgegengetreten. Es existieren Ortsteile, in denen die Mehrzahl der Kinder in Armutslagen aufwächst. Bildungsferne, unter-schiedlichste kulturelle Erziehungsvorstellungen und spezifische Unterstützungsbedarfe der Familien spitzen die Lage zu. Andererseits melden auch wirtschaftlich privilegierte Quartiere, in denen praktisch Vollbeschäftigung herrscht, einen steigenden Betreuungs- und Unterstüt-zungsbedarf an. Es ist deshalb Aufgabe der lokalen Akteure, die Kinderbetreuung endlich so auszurichten, dass sie den zentralen Themen der Stadtgesellschaft – Armutsprävention, Ver-einbarkeit von Familie und Beruf sowie nachhaltige frühkindliche Bildung und Förderung – endlich gerecht wird.


Angesichts der im Koalitionsvertrag vereinbarten Zielquote einer Betreuung von unter Dreijäh-rigen von 60 Prozent und der erreichten Quote von etwa 30 Prozent für die Stadt Bremen, muss sich der Senat fragen lassen, ob das personelle und konzeptuelle Know-how ausrei-chend ist, tatsächlich zielorientiert für Verbesserung zu sorgen und endlich den Rechtsan-spruch umzusetzen. Kita-Ausbau ist Sachen der Kommunen und die Stadt Bremen muss an-gesichts der dramatischen Zahlen schnellstens umsteuern.

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