RIAS-Jahresbericht: Zahl der antisemitischen Straftaten viel zu hoch!
Thore Schäck: „93 antisemitische Vorfälle in einem Jahr sind 93 zu viel. Auffällig: die Täter kommen aus dem linken, dem rechten sowie oft aus dem islamistischen Lager.”
Der Bundesverband RIAS hat seinen Jahresbericht zu antisemitischen Vorfällen in Deutschland vorgelegt: 8725 Vorfälle bundesweit, 93 davon in Bremen. Die Gesamtzahl liegt unverändert auf dem seit dem 7. Oktober 2023 etablierten hohen Niveau. Auffällig ist die Verschiebung bei den politischen Hintergründen: 807 Vorfälle hatten einen rechtsextremen Hintergrund – Rekord. Vorfälle mit links-antiimperialistischem Hintergrund stiegen um fast 44 Prozent auf 501. Und islamistisch motivierter Antisemitismus fällt laut RIAS überdurchschnittlich häufig durch Gewalt auf. Auch Bremen taucht im Bericht konkret auf: Hier wurde ein Stromkasten mit „9mm für Zionisten” und einem Hammer-und-Sichel-Symbol besprüht.
Dazu erklärt der Vorsitzende der FDP-Fraktion Bremen, Thore Schäck:
„Antisemitismus in Deutschland hat nicht diese eine politische Schlagrichtung. Er kommt seit Jahrzehnten von Rechtsextremen, er kommt aber auch immer häufiger von Linksextremen, die ihre Israel-Feindschaft mit Gewaltparolen verbinden – auch in Bremen, wie der besprühte Stromkasten zeigt. Und er kommt aus dem islamistischen Spektrum, das laut Statistik überdurchschnittlich oft gewaltsam auftritt. Wer hier nur eine Seite verurteilt, macht sich unglaubwürdig. Wir müssen Antisemitismus verurteilen und bekämpfen – egal aus welcher Ecke der Hass kommt.”
Schäck weiter:
„Niemand darf in dieser Stadt wegen seines Glaubens oder seiner Herkunft Angst haben müssen – das gilt für Jüdinnen und Juden genauso wie für jede andere Gruppe. Wir müssen jüdisches Leben in Bremen schützen – geschlossen als demokratische Gesellschaft. Denn Judenhass hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen.”