Wie steht es um die Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse im Land Bremen?
Kleine Anfrage der Fraktion der FDP.
Für eine erfolgreiche Integration von Einwanderern aus dem Ausland ist es notwendig, diese am Arbeitsmarkt zu beteiligen. Dafür ist es notwendig, ausländische Bildungsabschlüsse schnell und effizient anerkennen zu lassen, damit diese zugewanderten Fachkräfte ihre Kompetenzen auch entsprechend ihrer vorhandenen Qualifikation einsetzen können. Dies hilft auf dem herrschenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Wenn zugewanderte nicht entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt werden können oder sehr lange auf eine Anerkennung ihrer Bildungsabschlüsse warten müssen, kann dies sowohl dem Arbeitsmarkt als auch der Integrationsarbeit schaden.
Allerdings wird häufig berichtet, dass es für die Anerkennung von ausländischen Berufs- und Bildungsabschlüssen enorme bürokratische Hürden, langwierige Verfahren und Anerkennungsschwierigkeiten existieren. Diese Verzögerungen und Hürden bei der Anerkennung führen häufig dazu, dass Personen mit ausländischen Qualifikationen arbeitslos bleiben oder Tätigkeiten ausführen, die nicht ihrer tatsächlichen Qualifikation oder Berufserfahrung entsprechen. Um diese Fachkräfte in den Bremer Arbeitsmarkt und damit verbunden auch in die Bremer Gesellschaft zu integrieren ist es wichtig, dass die Anerkennungen von ausländischen Bildungsabschlüssen schnell und effizient abgewickelt werden und unnötige bürokratische Hürden entfernt werden. Ein beschleunigtes und besseres Anerkennungsverfahren für ausländische Bildungsabschlüsse hilft den zugewanderten Fachkräften, sowie auch dem Bremer Arbeitsmarkt und erleichtert die Integrationsarbeit.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:
- Wie viele Anträge auf Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse und Berufsabschlüsse wurden im Land Bremen in den Jahren 2020 bis 2025 gestellt?
- Wie viele Anerkennungsverfahren wurden in diesen Jahren jeweils abgeschlossen
- In wie vielen Fällen wurde eine vollständige beziehungsweise teilweise Gleichwertigkeit festgestellt und wie viele Anträge wurden abgelehnt?
- Was waren die häufigsten Begründungen für eine Ablehnung?
- In welchen Berufsgruppen oder Branchen treten die meisten Anerkennungsverfahren auf und in welchen Bereichen werden die meisten Schwierigkeiten bei der Anerkennung festgestellt?
- Wie viele Antragsteller mussten im Zeitraum 2020 bis 2025 Ausgleichsmaßnahmen, Anpassungsqualifizierungen, Kenntnisprüfungen oder vergleichbare Verfahren absolvieren, um eine vollständige Anerkennung zu erhalten?
- Wie hoch war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Anerkennungsverfahren für den Zeitraum von 2020 bis 2025?
- Wie viele Anerkennungsverfahren waren in den Jahren 2020 bis 2025 länger als drei, sechs beziehungsweise zwölf Monate in Bearbeitung?
- Welche Ursachen führen nach Kenntnis des Senats am häufigsten zu Verzögerungen bei Anerkennungsverfahren?
- Wie hat sich die personelle Ausstattung der für Anerkennungsverfahren zuständigen Stellen im Land Bremen seit 2020 entwickelt?
- Aus welchen Herkunftsländern stammten für die Jahre von 2020 bis 2025 die meisten Antragsteller auf Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse?
- Bei Antragstellern aus welchen Herkunftsländern wurden in diesem Zeitraum die meisten vollständigen beziehungsweise teilweisen Anerkennungen ausgesprochen, sowie die meisten Ablehnungen erteilt?
- Liegen dem Senat Kenntnisse darüber vor, wie viele Personen mit ausländischen Berufs- oder Bildungsabschlüssen sind nach Kenntnis des Senats im Land Bremen arbeitslos oder unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt, obwohl sie grundsätzlich über verwertbare Qualifikationen verfügen?
- Welche Erkenntnisse liegen dem Senat über den Zusammenhang zwischen Anerkennungsverfahren und der Gewinnung von Fachkräften in Bremen vor?
- In welchen vom Fachkräftemangel besonders betroffenen Berufen (z. B. Gesundheitswesen, Pflege, Erziehung, Handwerk) bestehen die größten Anerkennungshindernisse?
- Welche Maßnahmen hat der Senat bereits ergriffen, um Anerkennungsverfahren zu beschleunigen und Fachkräfte schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren?