Klimaanlagen kein Tabu: FDP fordert modernen Hitzeschutz für Pflegeeinrichtungen und Kliniken

Ole Humpich: „Für alte Menschen sind hohe Temperaturen mitunter lebensgefährlich, vor allem wenn es keinen richtigen Schutz gibt. Deshalb müssen wir Kliniken und Pflegeheime verlässlich mit Klimaanlagen ausstatten.“

Laut Deutschem Wetterdienst wird es in den nächsten Tagen richtig heiß im Land Bremen. Während für Arbeitsräume konkrete Vorgaben zur Raumtemperatur gelten, gibt es für Zimmer in Pflegeheimen keine vergleichbare Grenze. Die FDP-Fraktion fordert deshalb den Einsatz moderner Klimatechnik überall dort, wo die Gesundheit von Menschen auf dem Spiel steht: in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, aber auch in Schulen, Kitas und im öffentlichen Nahverkehr.

Dazu erklärt der stv. Vorsitzende und Sprecher für Gesundheit der FDP-Fraktion Bremen, Ole Humpich:

„Für einen alten oder kranken Menschen ist ein überhitztes Zimmer ein echtes Gesundheitsrisiko. Die gerade erst novellierte Bauverordnung für Pflegeeinrichtungen regelt bis ins Detail, wie Zimmer und Flure beschaffen sein müssen. Eine Obergrenze dafür, wie heiß es in diesen Zimmern werden darf, enthält sie nicht. Verlangt wird lediglich ein angemessenes Raumklima – ein Begriff, den allerdings niemand genau definiert hat.“

Humpich weiter:

„Moderne Klimaanlagen arbeiten deutlich effizienter als früher und lassen sich mit Photovoltaik und erneuerbaren Energien verbinden. Hitzeschutz und Klimaschutz sind kein Widerspruch. Trotzdem bauen wir 2026 noch immer Pflegeeinrichtungen und Kitas, als wären Hitzewellen die Ausnahme: Bundesweit wurde im vergangenen Jahr nur jeder siebte Neubau im Sozialwesen mit Kühltechnik ausgestattet. Für einheitliche Hitzeschutzpläne in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen setzt der Senat einen Zeitrahmen bis Ende 2027 an. Das ist ein weiterer Sommer, und am Ende wird wieder ein Leitfaden stehen, aber kein einziges zusätzlich gekühltes Zimmer. Wir wollen deshalb klären, wie es um die Klimatechnik in Bremer Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern tatsächlich steht, ebenso in Schulen, Kitas und im ÖPNV. Dämmung und intelligentes Lüften bleiben wichtig. Aber wo sie nicht ausreichen, muss aktiv gekühlt werden. In anderen Ländern sind Klimaanlagen schon längst Standard, jetzt wird es Zeit, dass auch deutsche Politiker die Vorteile endlich anerkennen.“