Eine Zukunft für die Innenstadt – aber bitte nicht ohne Plan für die Parkplatz-Lücke

Thore Schäck: „Streichen wir jetzt tausend Stellplätze ohne Ersatz, verbauen wir uns genau die Kapazitäten, die wir brauchen, sobald die Innenstadt stärker besucht wird.”

Zum Jahreswechsel 2026/27 schließt das Parkhaus Mitte, rund 1.000 Stellplätze fallen in der Innenstadt weg. Zusammen mit dem angrenzenden Kaufhof-Areal soll die Fläche neu entwickelt werden – eine echte Chance für die Innenstadt. Der Senat hatte erklären lassen, der vorhandene Parkraum reiche aus; einen Ersatz für die wegfallenden Plätze sieht er nicht vor. Nicht nur zur Weihnachtszeit stoßen die verbliebenen Parkhäuser allerdings bereits jetzt regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenze.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion Bremen, Thore Schäck, erklärt dazu:

„Klar sind die Parkhäuser der Innenstadt heute nicht immer zu jeder Tageszeit komplett belegt. Aber die Innenstadt ist alles andere als ein Auslaufmodell. Gerade deshalb wäre es kurzsichtig, jetzt tausend Stellplätze zu streichen. Wer diesen Erfolg absichern will, muss dafür sorgen, dass die Menschen auch weiterhin in die Innenstadt kommen können – mit dem Rad, mit dem Bus, aber eben auch mit dem Auto, gerade aus dem Umland. Streichen wir jetzt Stellplätze ohne Ersatz, verbauen wir uns genau die Kapazitäten, die eine wachsende Innenstadt braucht.“

Schäck weiter:

„Das ist die Kurzsichtigkeit, die uns in Bremen seit Jahren bremst: Statt den Aufwärtstrend der Innenstadt weiter zu fördern und zu sichern, verwaltet der Senat den Status quo, ohne Vision für die Zukunft. Wenn der Senat sagt „halb so wild“, ist erfahrungsgemäß meistens genau das Gegenteil der Fall. Wir wollen, dass noch mehr Menschen aus Bremen und dem Umland wieder gerne in die Innenstadt kommen und dort ihr Geld ausgeben. Dafür braucht es einen Plan, bevor der erste Bagger anrollt, nicht danach. Deshalb fordern wir vom Senat volle Transparenz: Wie viele Stellplätze wird es im Neubau geben, und welche Auswirkungen hat der Umbau auf die Erreichbarkeit der Innenstadt in der Übergangszeit?”