Bremer Krebs-Skandal: Strukturelles Versagen, keine Einzelfehler!

Ole Humpich: „Der einzig richtige Weg ist, jetzt ehrlich und konsequent mit den Fehlern umzugehen und die richtigen Schritte einzuleiten, um diese in Zukunft zu verhindern. Ausreden helfen niemandem weiter.“

Laut Senats-Antworten auf eine Anfrage der FDP-Fraktion, hat die Geno am Klinikum Bremen-Mitte in den letzten Jahren kontinuierlich Ärzte-Stellen abgebaut. Die Geno macht laut Bericht weiterhin eine Ärztin für den Krebs-Skandal, bei dem 34 Patienten falsch behandelt wurden, verantwortlich, sieht kein strukturelles Versagen.

Dazu Ole Humpich, Sprecher für Gesundheit bei der FDP-Fraktion Bremen:

„Dass solche massiven Fehler über Monate unbemerkt bleiben konnten, lässt sich nicht an einzelnen Personen festmachen. Das ist ein strukturelles Versagen, da gibt es keinen Zweifel. Wer über Jahre Personal kürzt und bei den Ärzten einspart, nimmt zwangsläufig eine Überlastung in Kauf – und damit auch resultierende Fehler. Hier handelt es sich um strategische Eingriffe in den Klinikbetrieb, für die Geno und Gesundheitsbehörde maßgeblich verantwortlich sind. Der einzig richtige Weg ist, jetzt ehrlich und konsequent mit den Fehlern umzugehen und die richtigen Schritte einzuleiten, um diese in Zukunft zu verhindern. Nur darum sollte es jetzt gehen, Ausreden helfen niemandem weiter.“

Humpich weiter:

„Jetzt soll eine zusätzliche Software zur Bildauswertung eingeführt werden. Das ist gut und richtig, es stellt sich allerdings die Frage, warum das erst jetzt passiert. In so kritischen Bereichen wie der Pathologie sollte erst selbstverständlich sein, dass auf digitale Unterstützung zurückgegriffen wird, gerade dann, wenn man kontinuierlich Personal abbaut. Das ist kurzsichtig und verantwortungslos. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Fach-Instituten hätte vor diesem Hintergrund deutlich früher passieren müssen. Der Senat hat zugelassen, dass Hochrisiko-Diagnostik ohne Sicherheitsnetz betrieben wurde. Wer hier von Einzelfehlern spricht, macht es sich zu einfach. Verantwortung heißt, Verantwortung übernehmen – nicht Schuld auf Einzelne abzuwälzen.“

Zur Großen Anfrage und den Antworten des Senats geht es hier:
https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2026-01-13_Drs-21-708%20S_be18f.pdf