Arbeitsmarkt als Integrationschance für Flüchtlinge

Steiner: Praktika vom Mindestlohn ausnehmen.

Die Bremische Bürgerschaft beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Flüchtlingskrise. Die Vorsitzende der FDP-Fraktion, Lencke Steiner, fordert in der Debatte, Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Das Wort der Stunde ist Entbürokratisierung. Wir müssen Flüchtlinge schneller in Arbeit bekommen. Es macht aktuell keinen Sinn, an der starren Mindestlohn-Regelung festzuhalten und den Betroffenen unnötig Steine in den Weg zu legen. Die meisten Asylsuchenden wollen nicht unnütz in Unterkünften rumsitzen, sondern etwas tun und ihr eigenes Geld durch eigene Arbeit verdienen. Warum sollen wir ihnen diese Möglichkeit durch übertriebene Arbeitsmarkt-Bürokratie verbauen“, fragt die 30-Jährige.

Ein unkomplizierter Zugang zum Arbeitsmarkt ist für die Familienunternehmerin der Schlüssel für gute Integration: „Die Wirtschaft in Bremen ist bereit, zu helfen. Viele Unternehmen wollen Flüchtlingen eine Chance geben und sind auch bereit, diese Menschen zu qualifizieren. Dazu ist es notwendig, dass sich alle kennenlernen um zu sehen, ob eine langfristige Zusammenarbeit möglich ist. Ein Praktikum und eine Schnupperphase können hier buchstäblich Türen öffnen.“

Steiner hebt hervor, dass Unternehmen gerade in den ersten Monaten wichtige Qualifikationsarbeit leisten. Im Falle eines Praktikums werden Flüchtlinge angelernt, weitergebildet und auch in der deutschen Sprache geschult. „In der Anfangsphase ist daher kaum ein Unternehmer bereit, über 10 Euro Mindestlohn pro Stunde inklusive Arbeitgeberanteil zu zahlen. Dies gilt vor allem, wenn nicht klar ist, ob eine Einstellung langfristig Erfolg hat. Die Aussetzung des Mindestlohns bei Praktika in den ersten zwölf Monaten kann dieses Problem einfach und schnell lösen“, so die Fraktionschefin.

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