Homophober Angriff: Jeder muss offen leben und lieben können

Dr. Marcel Schröder: „Religion, Kultur oder Tradition rechtfertigen keine Homophobie.“

Nach dem homophoben Angriff auf zwei Männer in der Bremer Innenstadt fordert die FDP-Fraktion konsequente Strafverfolgung und ein entschlossenes Vorgehen gegen Homophobie. Nach Angaben der Polizei wurden die Männer am Samstagabend auf dem Heimweg von der Einheitsfeier aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus auf Arabisch homophob beleidigt und anschließend von mehreren Personen geschlagen. Einer der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden.

Dazu erklärt Dr. Marcel Schröder, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Bremen:

„Jeder Mensch muss in Bremen offen leben und lieben können. Ohne Angst. Ohne sich verstecken zu müssen. Die beiden Männer wollten nach einem gemeinsamen Abend einfach nach Hause. Stattdessen wurden sie beleidigt und geschlagen. Nur weil sie schwul sind. Das ist brutaler Hass und ein Angriff auf ihr Recht, selbstbestimmt zu leben. Den beiden Männern gilt unsere Solidarität. Sie haben nichts falsch gemacht. Nicht sie müssen ihr Leben ändern, sondern die Täter müssen gestoppt werden.“

Schröder weiter:

„Wir müssen die Einstellungen bekämpfen, aus denen solche Gewalt entsteht. Religion, Kultur oder Tradition rechtfertigen keine Homophobie. Das gilt ausdrücklich auch in arabisch und muslimisch geprägten Milieus. Homosexuellenfeindliche Vorstellungen müssen dort genauso offen benannt und bekämpft werden wie überall sonst. Rücksicht auf religiöse oder kulturelle Empfindlichkeiten darf niemals wichtiger sein als das selbstbestimmte Leben der Betroffenen. Religionsfreiheit schützt den eigenen Glauben, sie gibt aber niemandem das Recht, anderen ihre Freiheit abzusprechen.

Deshalb müssen Schulen, Jugendarbeit und Integrationsangebote klar vermitteln: Jeder Mensch hat das gleiche Recht, offen und selbstbestimmt zu leben. Bei Gewalt reicht Aufklärung allein nicht. Die Täter müssen ermittelt und konsequent zur Verantwortung gezogen werden. Die Betroffenen brauchen Schutz und Unterstützung. Wir lassen nicht zu, dass Menschen aus Angst vor Schlägern verstecken müssen, wen sie lieben.“