Bremer Wachstum darf Krise im Mittelstand nicht verdecken – FDP fordert Sofortprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen

Thore Schäck: „Bremen hat Wachstum auf dem Papier, aber die Insolvenzquote steigt. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe haben es immer schwerer. Der Senat darf sie nicht links liegen lassen.“

Die aktuellen Zahlen zur Bremer Wirtschaft zeigen ein widersprüchliches Bild: Während die Handelskammer für 2025 ein Wachstum von 1,4 Prozent ausweist und insbesondere Verteidigungswirtschaft, Luft- und Raumfahrt sowie Häfen positive Impulse setzen, steigen die Firmeninsolvenzen deutlich. Laut Creditreform wurden von Januar bis Mai 149 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion Bremen, Thore Schäck, erklärt dazu:

„Bremen darf sich von der Wachstumsquote nicht blenden lassen. Große Standortprojekte bei Airbus, OHB, Rheinmetall oder in den Häfen sind wichtig. Aber der Bäcker, der Handwerker oder der Gastronom spüren davon leider wenig. Sie kämpfen mit hohen Kosten, Bürokratie, Fachkräftemangel und viel zu langen Verfahren. Besonders fatal ist die niedrige Investitionsquote des Senats. Wenn nur noch jeder zehnte Euro in Investitionen fließt, ist das ein Armutszeugnis für ein Land, das wirtschaftlich aufholen muss. Bremen braucht keine neuen politischen Prestigeprojekte, sondern Investitionen in Häfen, Straßen, Schulen, Digitalisierung und Sicherheit. Wachstum entsteht nicht durch Sonntagsreden, sondern durch Menschen, die etwas unternehmen. Genau diese Menschen müssen wir endlich wieder machen lassen.“

Schäck weiter:

„Wir fordern deshalb ein Sofortprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Dazu gehören ein konsequenter Bürokratieabbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine Überprüfung wirtschaftsfeindlicher Sonderwege wie Ausbildungsfonds und Landesmindestlohn. Die Handelskammer hat völlig recht: Bremen braucht Strukturreformen. Wer Betriebe immer weiter belastet, darf sich über steigende Insolvenzen nicht wundern.“