Lufthansa streicht Bremen–Frankfurt: Senat hat über ein halbes Jahr verschlafen
Thore Schäck: „Im Oktober haben SPD, Grüne und Linke unsere Warnung als ‚überzogen‘ und unsere Vorschläge als ‚Quatsch‘ abgetan. Heute ist genau das eingetreten, wovor wir gewarnt haben – und der Senat steht ohne Plan da.“
Die Lufthansa stellt zum 1. Juli 2026 die Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt ein. Damit verliert der Wirtschaftsstandort Bremen den Direktanschluss an das wichtigste deutsche Drehkreuz – mit rund 5.000 Passagieren und 35 Abflügen pro Woche. Genau vor diesem Szenario hatte die FDP-Fraktion bereits in der Bürgerschaftssitzung im Oktober 2025 in einer Aktuellen Stunde gewarnt. Der FDP-Antrag „Luftverkehrsstandort in Bremen und Deutschland stärken“ wurde von der rot-grün-roten Koalition damals abgelehnt.
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion Bremen, Thore Schäck, erklärt dazu:
„Was Bremen heute erlebt, ist die direkte Quittung für die Realitätsverweigerung der rot-grün-roten Koalition. Im Oktober haben wir vor exakt dieser Streichung gewarnt und konkrete Maßnahmen vorgelegt – und wurden dafür verspottet. SPD-Sprecher Volker Stahmann erklärte vom Plenarpult, das, was wir hier schilderten, sei ‚überzogen in der Wahrnehmung‘. Emanuel Herold behauptete, der Wegfall von zum Beispiel Frankfurt sei ‚in puncto Erreichbarkeit nicht das entscheidende Problem‘ und der Linken-Abgeordnete Klaus-Rainer Rupp tat die Lufthansa-Streichliste als bloßes Druckmittel auf die Bundesregierung ab – als wäre nichts zu befürchten. Jetzt ist die Streichung Realität. Und die Koalition heuchelt Entrüstung. Besonders entlarvend die Reaktion von Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt. Sie nennt die Streichung ‚nicht akzeptabel und in dieser Form nicht nachvollziehbar‘ – nachdem ihre eigene Fraktion im Oktober gegen jede einzelne Maßnahme gestimmt hat, die genau das hätte verhindern sollen. Auch Bürgermeister Bovenschulte ruft heute nach dem Bundesverkehrsminister – also nach genau der Bundesebene, auf die wir im Oktober mit unserer Forderung zur Luftverkehrsteuer hingewiesen haben. Das ist scheinheilig. Die Wahrheit ist: Die Koalition hat beim Flughafen über ein halbes Jahr verschlafen. Viel Zeit, in denen Bremen hätte handeln müssen.“
Schäck weiter:
„Der Senat muss jetzt vier Dinge tun: Erstens braucht es eine sofortige Bundesratsinitiative Bremens zur Senkung der Luftverkehrsteuer und zur Deckelung der Luftsicherheitsgebühren. Zweitens muss Bremen eine aktive Offensive für alternative Drehkreuzanbindungen starten – über KLM nach Amsterdam, Turkish Airlines nach Istanbul und SWISS nach Zürich, bevor auch diese Verbindungen unter Druck geraten. Drittens muss die Flughafenentgeltordnung zügig überprüft und angepasst werden, damit Bremen für Airlines wieder ein wirtschaftlich tragfähiger Standort wird. Und viertens muss der Senat darlegen, was er in den sieben Monaten seit unserer Warnung konkret unternommen hat. Rot-Grün-Rot muss endlich der Realität ins Auge blicken und dringend seine Hausaufgaben machen. Bremen kann sich keinen weiteren Streckenverlust mit Ansage leisten.“
Der von der rot-grün-roten Koalition abgelehnte FDP-Antrag aus der Landtagssitzung im Oktober 2025 ist heute aktueller denn je. Sie finden Ihn hier: https://sd.bremische-buergerschaft.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZSO-20vARPsozIvSOcsLBgJhwlleNhsv6G7amJV_oLvZ/Drucksache_Land_Drucksache_21-1388.pdf