Wiedereröffnung des Brill-Tunnels ohne Denkverbote prüfen

Antrag der Fraktion der FDP.

Die Brill-Kreuzung stellt einen zentralen Punkt der Innenstadt und ihrer Entwicklung dar. Auch das Stephaniequartier entwickelt sich stetig weiter. In Zukunft werden, auch bedingt durch die wachsende Zahl an Touristen, noch mehr Fußgänger diese wichtige Schnittstelle zur Innenstadt passieren. Bereits jetzt ist die Kreuzung an ihrem Verkehrslimit. Aus dem hohen Verkehrsaufkommen resultieren teilweise gefährliche Situationen. Für Fahrradfahrer ist die Kreuzung seit längerem als eine Gefahrenstrecke. Für Fußgänger setzt das sichere Passieren der Kreuzung mitunter minutenlanges Warten an den Ampeln voraus. Dabei fahren die gewünschten Busse und Bahnen an den Wartenden vorbei.

Der 1968 eröffnete und Ende 2009 geschlossene Fußgängertunnel bietet dabei Chancen, den Verkehr am Brill neu zu denken. Zum einen sollte geprüft werden, inwieweit der Aus- und Umbau des vorhandenden Tunnelbauwerks dazu geeignet wäre, die PKW-Verkehre der Martinistraße – Am Brill/Faulenstraße unterirdisch zu leiten. Dadurch könnte die Kreuzung um einen wesentlichen Teil der Verkehre entlastet werden.

Zugleich ist aber auch die Wiedereröffnung als Fußgängertunnel zu prüfen. Damit kann der Weg der Fußgänger wieder räumlich vom fahrenden Verkehr getrennt werden. Hiermit kann sowohl die komfortable Erreichbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel durch einen schnellen Haltestellenwechsel, als auch die Verkehrssicherheit für Fußgänger besser gewährleistet werden.

Der Brill-Tunnel zugleich aber auch die Chance, in der städtebaulichen Entwicklung einen Schritt voranzugehen. Sofern er wieder als Fußgängertunnel genutzt werden kann, ist es sinnvoll, eng mit dem Investor des jetzigen Sparkassen-Gebäudes zusammenzuarbeiten, um beispielsweise einen direkten Zugang zu den dort angedachten 700 Parkplätzen zu schaffen. Gleichzeitig kann der Brill-Tunnel selber durch geschickte, günstige Flächenvermietung etwa an Pop-up-Shops belebt werden.

Eine Wiedereröffnung des Brill-Tunnels stellt eine Herausforderung dar. Damit die Bevölkerung einen solchen Tunnel annimmt, sind Investitionen in Sauberkeit, Sicherheit und Helligkeit nötig. Konzepte für eine optische Aufwertung des Tunnels existieren bereits seit Jahren. Außerdem läuft die Lüftungsanlage derzeit dauerhaft und ist funktionsfähig. Die Wiedereröffnung des Brilltunnels als Fußgängertunnel oder den Ausbau als Unterführung für den PKV-Verkehr ist daher ergebnisoffen und ohne Denkverbote zu prüfen.

Die Stadtbürgerschaft möge beschließen:

Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf:

  1. Eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die prüft,
    • inwieweit die Struktur des vorhandenden Brill-Tunnels genutzt werden kann, um mit einem Ausbau des Tunnelbauwerks PKW, die auf der Martinistraße – Am Brill/Faulenstraße unterwegs sind, unterirrdisch zu führen.
    • mit welchen Kosten die Wiedereröffnung des Brill-Tunnels als Fußgängertunnel verbunden wäre, sofern man einen hellen, sauberen, sicheren und schön gestalteten Tunnel dauerhaft erhalten will.
    • welche Chancen eine Wiedereröffnung des Brill-Tunnels im Rahmen der Neugestaltung des jetzigen Sparkassengebäudes und der Veränderungen in der Innenstadt, bietet.
  2. Der zuständigen Deputation für Umwelt, Bau und Verkehr sechs Monate nach Beschlussfassung zu berichten.

Dr. Magnus Buhlert, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

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