Lese-Intensivkurse in Bremen

Kleine Anfrage der Fraktion der FDP.

Nicht erst seit der letzten Veröffentlichung der IQB-Bildungsstudie ist klar, dass in Bremen ein erhöhter Nachholbedarf im Bereich der Elementarbildung besteht.

Gerade dem Lesen kommt im Lernprozess von Schülerinnen und Schülern eine besondere Aufgabe zu, da sich über diese Fähigkeit die Inhalte aller weiterführenden Fächer für jedes Kind erschließen lassen. Kinder, die zum Übertritt in die weiterführende Schulform nicht ausreichend Lesekompetenzen erwerben konnten, haben es schwer das Anforderungsniveau in allen Schulfächern zu erreichen.

Ziel muss es darum sein, dass alle Kinder beim Verlassen der Grundschule in der Lage sind Texte flüssig und sinnentnehmend zu lesen. Die notwendigen Mittel hierzu wurden für Bremen schon vor einigen Jahren entwickelt. Seit dem Jahr 2000 werden Grundschülerinnen und Grundschüler mit extremen Förderbedarfen in „Lese-Intensivkursen“ zusätzlich beschult. Hierbei geht es um die Grundlagenvermittlung des Lesens und Schreibens.

Wir fragen den Senat:

1.     Welche Lese-Intensivkurse gibt es in Bremen?

2.     An welchen Schulen werden sie für wie viele Schülerinnen und Schüler angeboten?

3.     Wie wird der Förderbedarf bei den Teilnehmern festgestellt?

4.     Über welchen Förderbedarf muss ein Kind verfügen, um einen solchen Kurs besuchen zu dürfen?

5.     Wie viele Kinder benötigten den Unterricht ergänzende Leseförderungen im aktuellen und in den vergangen drei Schuljahren? Welchem Prozentsatz, gemessen an der Gesamtschülerzahl des Jahrgangs, entspricht dies? Bitte nach Klassenstufe und Schule aufschlüsseln.

6.     Mit welchem zusätzlichen Platz-Bedarf für die Lese-Intensivkurse rechnet der Senat in den kommenden zwei Schuljahren? Bitte nach Klassenstufe aufschlüsseln.

7.     Auf welcher Grundlage wird eine Auswahl der Teilnehmer getroffen, wenn mehr Kinder mit Förderbedarf diagnostiziert wurden, als Plätze zur Verfügung stehen?

8.     Wie viele Kinder konnten, trotz diagnostiziertem Förderbedarf im aktuellen und in den vergangen drei Schuljahren keinen Platz in einem Lese-Intensivkurs angeboten werden? Bitte nach Schule aufschlüsseln.

9.     Wie viele Kinder/Eltern haben, trotz diagnostiziertem Förderbedarf, im aktuellen und in den vergangen drei Schuljahren einen Platz in einem Lese-Intensivkurs abgelehnt? Bitte nach Schule aufschlüsseln.

10.  Was waren Gründe für diese Ablehnungen?

11.  Personen welcher Profession unterrichten die Lese-Intensivkurse? Wie viele Stunden umfassen die Lese-Intensivkurse pro förderbedürftigem Kind? Bitte nach Schule aufschlüsseln.

12.  Welche Kosten sind mit den Lese-Intensivkursen verbunden? Bitte nach Schule aufschlüsseln.

13.  Mit welchen Kosten für die Lese-Intensivkurse rechnet der Senat für das kommende und laufende Schuljahr?

14.  Wie ist die Finanzierung des Programms im Haushalt gesichert?

15.  Welche verpflichtenden Leseleistungs-Überprüfungen werden in der Grundschule im Land Bremen durchgeführt?

16.  Zu welchen Zeitpunkten finden diese verpflichtenden Überprüfungen statt?

17.  Welcher Ergebnisse erzielen die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die geforderten Lesefähigkeiten zu diesem Lernzeitpunkt, in Bezug zu Schülerinnen und Schülern anderer Bundesländer?

18.  Welche Fördermaßnahmen werden auf der Grundlage der Überprüfungen der Leseleistungen angeboten?

19.  Wie beurteilt der Senat die dezentrale Einrichtung der Lese-Intensivkurse, die es nicht allen Kindern ermöglicht an ihrer gewohnten Grundschule unterrichtet zu werden, in Bezug auf soziale, psychische und organisatorische Faktoren?

20.  Wie ist die dezentrale Einrichtung der Lese-Intensivkurse, nach Einschätzung des Senats, mit dem Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ in Einklang zu bringen?

21.  Welche Modelle zum Transport der Kinder an den Ort des Lese-Intensivkurses gibt es?

22.  Durch welche Leistungsstands Erhebungen wird der weitere Lernverlauf der geförderten Kinder nach Ende des Lese-Intensivkurses dokumentiert?

a.     Zu welchem Zeitpunkt finden diese Leistungsstands Erhebungen statt?

b.     Sind diese Leistungsstand Erhebungen verpflichten?

c.      Wie werden diese Ergebnisse zur Evaluation der Kurse genutzt?

d.     Welche Ergebnisse über die Wirksamkeit der Lese-Intensivkurse liegen vor?

23.  Wie wird sichergestellt, dass alle Kinder die die Grundschule nach Klasse vier verlassen über die Lesekompetenz verfügen, welche sie benötigen um die folgenden Lernprozesse zu bewältigen? Welche Überprüfungen finden hier statt? Welche Maßnahmen werden bei Defiziten ergriffen? Wie viele Kinder waren im aktuellen und den vergangen drei Schuljahren in diese eingebunden? Welchem Prozentsatz, gemessen an der Gesamtschülerzahl des Jahrgangs, entspricht dies?

24.  Durch welche weiteren Fördermaßnahmen werden die geförderten Kinder, nach Ende des Lese-Intensivkurses, im Lernprozess unterstützt?

a.     Sind diese Fördermaßnahmen verpflichtend?

b.     In welchem Zeitrahmen und zu welchem Zeitpunkt, nach Abschuss des Lese-Intensivkurses, finden diese Fördermaßnahmen statt?

Julie Kohlrausch, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

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