Lese-Förderung durch webbasierte Textanalyse-Programme an den Schulen im Land Bremen

Kleine Anfrage der Fraktion der FDP.

In den vergangenen Jahren haben Bremens Grundschülerinnen und Grundschüler bei bundesweiten Lesetests regelmäßig besonders schlecht abgeschnitten. Laut jüngsten IQB-Bildungsmonitor erreichen nur 53 % der Viertklässler den Regelstandard im Bereich Lesen.

Dabei ist die Relevanz des Lesens als elementare Fähigkeit für die schulische und berufliche Laufbahn sowie als universelles Kulturwerkzeug unbestritten. Neben dem Schreiben und Rechnen ist Lesen eine der Kernkompetenzen, die Kinder an Grundschulen lernen.

Wie bei allen, in der Grundschule vermittelten Kernkompetenzen, handelt es sich beim Lesenlernen nicht um ein reines Verständnislernen, sondern um einen Prozess, der nur durch Übung vorangetrieben werden kann. Es ist wichtig, bei den Kindern die Motivation zum Lesen zu wecken bzw. zu verstärken. Ständige Lesepraxis fördert die Textkompetenz und wirkt sich positiv auf den Schreiblernprozess aus. Bei der individuellen Förderung der Leseanfänger sind die Lehrerinnen und Lehrer gefordert, quantitative und qualitative Fortschritte der Schüler zu überblicken. Webbasierte Leseförderprogramme können hier ein wichtiges Hilfsmittel für Lernende und Lehrende sein.

Die Programme nutzen die Faszination, die der Computer auf Kinder und Jugendliche ausübt und verknüpft diese mit dem Medium Buch. Die Kinder haben die Möglichkeit redaktionell aufgearbeitete oder ausgearbeitete Quizfragen zum Lesestoff zu beantworten und so ihr Lese- und Textverständnis unter Beweis zu stellen. Durch eine Differenzierung der Schwierigkeitsstufen nach Klassenstufen ist es möglich jedes Kind individuell in seinem analytischen Textverständnis zu fördern.

Die Auswahl des Lesestoffes ist dabei individuell möglich und kann sowohl Unterrichtsanforderungen als auch einer eigenen Interessenslage folgen, trotzdem garantieren die Verständnisfragen zum Text eine Überprüfbarkeit der Lesefähigkeit für den Lehrer. Diese Programme können so zur Ergänzung der Fibel werden und einer Langeweile-Erfahrung im Leselernprozess vorbeugen.

Dem Lehrer bietet diese inhaltliche Leseleistungsüberprüfung einen direkten und leicht zugänglichen Eindruck vom Leistungsniveau und Leseinteresse des einzelnen Schülers. Ein Vergleich der Schüler untereinander ist möglich, aber nicht unbedingt nötig. Er kann von Lehrenden, wenn pädagogisch gewünscht, durch Ranking oder Urkunden unterstützt und zur Motivation genutzt werden.

Die Nutzung der webbasierten Leseförderprogramme sind dabei nicht auf die Grundschule beschränkt. Einzelne Angebote bieten Quizfragen bis zum Lesestoff der Klasse 10 und sind auch in Fremdsprachen einsetzbar.

Den Lehrenden wird mit den webbasierten Textanalyse-Programmen ein Instrument an die Hand gegeben, das ihre Arbeit erleichtern kann und geeignet erscheint bei den Schülern den Spaß am Lesen fördert. Diese Chance sollte allen Lehrern und Schülern in Bremen und Bremerhaven gegeben werden.

Wir fragen den Senat:

1.     Wie schätzt der Senat grundsätzlich die Möglichkeit ein, über digitale bzw. webbasierte Leseförderprogramme einen Beitrag zur Leseentwicklung der Grundschulkinder im Land Bremen zu leisten?

2.     Welche digitalen bzw. webbasierten Leseförderprogramme sind dem Senat bekannt und wie schätzt der Senat diese einzelnen Programme ein?

3.     Wie viele Klassen im Land Bremen beteiligen sich insgesamt an digitalen bzw. webbasierten Leseförderprogrammen und wie haben sich die Zahlen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?

4.     Wie viele Klassen im Land Bremen beteiligen sich davon insgesamt am webbasierten Leseförderprogramm Antolin und wie haben sich die Zahlen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?

5.     An welchen Schulen beteiligen sich Klassen webbasierten Leseförderprogramm „Antolin“?

6.     An welchen Schulen im Land Bremen beteiligen sich alle Klassen der Stufe zwei an einem webbasierten Leseförderprogramm und welches Programm wird genutzt?

7.     An welchen Schulen im Land Bremen beteiligen sich alle Klassen der Stufe drei an einem webbasierten Leseförderprogramm und welches Programm wird genutzt?

8.     Über welchen Zeitraum hinweg nutzen Klassen das Programm im Durchschnitt?

9.     Welche Einschätzungen von Lehrkräften zu den Programmen sind dem Senat bekannt?

10.  Wie steht der Senat zu einer verpflichtenden Teilnahme an einem webbasierten Leseförderprogramm?

11.  Welche Kosten waren in den vergangenen Jahren mit den webbasierten Leseförderprogrammen verbunden und durch wen wurden sie getragen? (Bitte nach Klassenstufe, Schule und Programm aufschlüsseln.)

12.  Inwieweit ist die Finanzierung der Programme über den Haushalt gesichert?

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