Laptops für Lehrkräfte – Digitalisierung beginnt im Lehrerzimmer

Antrag der Fraktion der FDP.

Die Digitalisierung des Lehrberufs ist längst weiter fortgeschritten als die digitale Ausstattung der Lehrkräfte im Land Bremen. Egal, ob es um die Erstellung von Arbeitsmaterialien, Nutzung eines digitalen Klassenbuches, oder auch das komplett papierfreie Arbeiten, wie es Lernplattformen ermöglichen, geht: Alle diese Dinge erfordern einen Computer, ein Laptop oder ein Tablet.

Die Digitalisierung der Schule ist ohne die Digitalisierung der Arbeitswelt der Lehrkräfte nicht möglich. Jeder Schritt, der zur Umsetzung des Digitalpaktes in den Bremer Schulen nötig ist, setzt eine große Akzeptanz und einen engagierten Einsatz jeder einzelnen Lehrkraft voraus. Vor diesem Hintergrund ist es als Versäumnis zu betrachten, dass in Bremen bei den Lehrkräften das Prinzip „bring your own device“, gilt, sie also ihre privaten Endgeräte mitbringen beziehungsweise für ihre Arbeit einsetzen müssen.

Eine größere Akzeptanz der Lehrkräfte für die Chancen der Digitalisierung kann nicht erwartet werden, wenn nicht einmal die technischen Voraussetzungen vorhanden sind, um beispielsweise „itslearning“ oder ein digitales Klassenbuch für alle Lehrkräfte auf dienstlichen Arbeitsgeräten zugänglich zu machen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, haben Lehrkräfte in Deutschland üblicherweise keinen festen Klassenraum, den sie etwa in Unterrichtspausen zum Arbeiten nutzen können. Dem ist auch bei der Anschaffung von digitalen und analogen Arbeitsmaterialen Rechnung zu tragen. Mobile Endgeräte bieten den Lehrkräften die Möglichkeit, ortsunabhängig ihrer Arbeit nachzugehen. Ob dabei ein Tablet oder ein Laptop den Bedürfnissen des Einzelnen eher entspricht, soll jeder Lehrkraft selbst überlassen sein.

Vom Land gestellte Arbeitsgeräte dürfen dabei keine Verpflichtung werden – sie sollen vielmehr ein Angebot sein. Lehrkräfte sollen aus einer Vorauswahl unterschiedlicher Endgeräte ihr bevorzugtes Arbeitsgerät selber auswählen dürfen.

Endgeräte, die über ein miteinander kompatibles System verfügen, haben dabei den Vorteil, dass zukünftige Digitalisierungsprozesse auf diese Systeme angepasst werden können. Dies vereinfacht zukünftige Anschaffungen von Hard- oder Software zur beruflichen Nutzung. Auch Datensicherheit und die Anforderungen des Datenschutzes sind ist auf Dienstrechnern besser zu verwirklichen als auf privaten Geräten.

Selbstverständlich hört die Digitalisierung der Arbeitswelt der Lehrkräfte nicht bei der Anschaffung von mobilen Endgeräten auf. Neben einer Fernwartungsfunktion ist auch auf Wunsch der Lehrkraft eine regelmäßige, bedarfsgerechte Neuanschaffung der Endgeräte zu gewährleisten. Alle Lehrkräfte, die im Land Bremen tätig sind, bekommen so die Möglichkeit aktuelle Endgeräte für die Unterrichtsvorbereitung, -durchführung und -auswertung zu nutzen.

Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:

Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf:

1.     Im Rahmen der Berichte zur Umsetzung des Digitalpakts ein zukunftsfähiges Konzept zur digitalen Ausstattung der Lehrkräfte vorzulegen und dieses zeitnah umzusetzen.

2.     Eine Auswahl an Endgeräten zusammenzustellen, die kompatibel zu bestehenden und geplanten Systemen sind, und aus welcher jede Lehrkraft ihre Auswahl treffen kann.

3.     Eine Nutzungsvereinbarung für die Überlassung der Endgeräte als Arbeitsmittel zu erarbeiten, welche den Anforderungen des Lehrerberufs gerecht wird.

4.     Sicherzustellen, dass bis zu Beginn des Schuljahres 2020/21 alle Lehrkräfte ein mobiles Arbeitsgerät erhalten können.

5.     Bis zu Beginn des Schuljahres 2019/20 ein Konzept vorzulegen, welches sowohl die Fernwartung als auch die regelmäßige Neuanschaffung der Endgeräte darstellt.

Julie Kohlrausch, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

 

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