Schule für externe Fachkräfte öffnen

Antrag der Fraktion der FDP.

Die fehlende Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie Lehrpläne mit geringem Bezug zum späteren Berufsleben stehen schon seit Jahren in der Kritik von Wirtschaftsvertretern. Der Ausbildung in den allgemeinbildenden Schulen des Landes Bremen kommt bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels eine Schlüsselrolle zu. Eine stärkere Verzahnung von schulischer und außerschulischer Bildung kann dafür sorgen, dass ein reibungsloser Übergang zwischen Schule und Beruf oder Studium möglich wird.

Wirtschaft und Schulen haben diesen Zusammenhang bereits erkannt. Durch Kooperationen zwischen Schulen und Partner-Firmen wird den Schülerinnen und Schülern der Eintritt in das Berufsleben oder eine Berufsorientierung erleichtert.

Wenn Schulen nicht nur Unterrichtsort für schulischen Lernstoff sein sollen, sondern sich zu Bildungszentren innerhalb einer Gesellschaft weiterentwickeln wollen, ist eine Öffnung gegenüber dem außerschulischen Bildungsalltag unumgänglich. Durch Kooperationen mit Partner-Firmen sind die Schulen im Land Bremen auf dem richtigen Weg. Nun gilt es den Bildungseinrichtungen die Gelegenheit zu bieten auch eine Öffnung im Bereich des Personals zu ermöglichen.

Das Kooperationsmodell bietet vor allem Firmen eine Chance, sich und ihren Arbeitsbereich den Schülern vorzustellen und die Jugendlichen an ihren Arbeitsalltag heranzuführen. Um auch andere Tätigkeitsfelder in die Schulen einzubinden, bietet es sich an, den Schulen zu erlauben, Menschen unterschiedlichster Profession in den Unterricht einzubinden. Dafür ist eine möglichst unbürokratische Möglichkeit nötig, diese „Externen Fachkräfte“ ehrenamtlich oder temporär beschäftigen zu können.

Durch einen solchen, zeitlich begrenzten, Einsatz der „Externen Fachkräfte“ im Unterricht können alle Schüler eines Jahrgangs erreicht und somit auf den Berufseintritt besser vorbereitet werden. Neben der bloßen Vorstellung eines Berufsbildes oder einer Firma können in mehrwöchigen Projekten Fähigkeiten erlernt oder getestet werden, auf deren Grundlage eine berufliche Orientierung möglich wird. Den Schülern wird durch „Externen Fachkräfte“ eine neue Perspektive auf den Lernstoff eröffnet und ein Einblick in das Berufsleben vermittelt.

Durch die Kombination von Kooperationen mit Partner-Firmen und den Einsatz von „Externen Fachkräften“ bekommen alle Bildungseinrichtungen die Möglichkeit ein breiteres Bild der Arbeitswelt in ihrem Unterricht abzubilden.

Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:

Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf, eine unbürokratische Möglichkeit zu schaffen, die es den schulischen Bildungseinrichtungen des Landes ermöglicht, Persönlichkeiten aus der beruflichen und akademischen Praxis ehrenamtlich oder auf Basis einer temporären Beschäftigung in den Unterricht einbinden zu können und in der Deputation für Kinder und Bildung bis Beginn des kommenden Schuljahres 18/19 über die Umsetzung zu berichten.

Julie Kohlrausch, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

 

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