Digitalisierung der bremischen Schulen nicht im Sande verlaufen lassen – Lernmanagementsystem „itslearning“ endlich flächendeckend nutzen!

Antrag der Fraktion der FDP.

Im Land Bremen haben flächendeckend alle Schulen und Bildungseinrichtungen Zugang zur Plattform „itslearning“. Den Schulen ist somit ein Instrument gegeben, um Curriculum Management, Berichtswesen, inner- und außerschulische Kommunikation und personalisiertes Lernen kombiniert zu nutzen.

Die Plattform kann das selbstständige Lernen fördern, indem Lehrende leistungsdifferenzierte Lerninhalte bereitstellen. Gerade in Bezug auf die inklusive Beschulung bieten sich hier Möglichkeiten, um Lehrkräfte in der Klassensituation zu entlasten. Kommunikationsmöglichkeiten auf der Plattform schaffen einen sicheren Weg, schneller und effizienter im Kollegium und mit Eltern oder Schülern Lerninhalte und Informationen auszutauschen.

Aus bildungspolitischer Sicht bietet die Plattform noch weitere, bisher scheinbar ungenutzte Möglichkeiten. Über Berichtsoptionen ist es möglich, Rückschlüsse auf die Lernstände und Methodenqualität zu ziehen. Diese Mittel gilt es zu nutzten, um die Qualität der bremischen Schulbildung zu steigern.

Gerade bei knapper Haushaltslage ist eine sinnvolle Verwendung der vorhandenen Mittel angezeigt. Kosten, wie sie eine Plattform wie „itslearning“ verursacht, sind nur zu rechtfertigen, wenn diese eine regelmäßige und qualitative Nutzung erfährt und eine Steigerung des Lernerfolgs zur Folge hat.

Die stark individualisierbaren Nutzungsmöglichkeiten der Plattform lassen es zu, für jede Lehrkraft eine Möglichkeit zum Gebrauch des Angebotes zu schaffen. Daher muss es Aufgabe der senatorischen Behörde bzw. des LIS sein, schnellstmöglich jede Lehrkraft im Land Bremen in die Lage zu versetzen die Chancen, die die Digitalisierung bietet, zu nutzten. Beispielsweise kann durch die Automatisierung von Routineaufgaben und eine digitale Bibliothek von Lernhilfsmitteln, den Lehrenden Zeit verschafft werden, um schülerzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

Eine Nichtnutzung des Lernmanagementsystem schafft zugleich ein Ungleichgewicht für Schüler unterschiedlicher Schulen. Die Chancen die Lernspiele, Multimedia Apps und Projekt-räume bieten, müssen jedem Schüler gleichermaßen zur Verfügung stehen.  Zugleich würden bei einer flächendeckenden Nutzung von „itslearning“ die Eltern erheblich profitieren. Den Eltern stünde eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Verfügung, sich über die Fortschritte ihrer Kinder zu informieren oder einfach, schnell und sicher mit den Schulen und Lehrenden in Kontakt zu treten.

Die Anschaffung von „itslearning“ und die Bereitstellung des Unterstützungskurses von „sofatutor.com“ allein ist nicht ausreichend. Vielmehr muss nun endlich eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Nutzung erfolgen. Nur so werden sich die Investitionen in die Digitalisierung für die Schulen, Lehrenden, Schüler und Eltern nachhaltig rentieren.

Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:

Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf:

  • Die flächendeckende Nutzung von „itslearning“, mindestens bei der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrkräften, Beschäftigten und Eltern sowie beim „Curriculum und Materialmanagement, bis zum Schuljahr 2019/2020 im ganzen Bundesland Bremen durchzusetzen.
  • Mit einem leistungsdifferenzierten Fortbildungsprogramm alle Lehrer des Landes in die Lage zu versetzen „itslearing“ umfassend und sicher zu nutzen.
  • Informationsmaterialien anzubieten, die alle Eltern und Schüler über die Nutzungsmöglichkeiten von „itslearning“ informiert.
  • Mit der anonymisierten, landesweiten Auswertung der erhobenen Daten zum Curriculum Management, der Nutzerbeteiligung und den Lernständen unverzüglich zu beginnen, sowie die Ergebnisse in Halbjahresabständen zu veröffentlichen.
  • Innerhalb von sechs Monaten der Deputation für Kinder und Bildung über den Stand der Nutzung Bericht zu erstatten.

Julie Kohlrausch, Dr. Magnus Buhlert, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

Share on FacebookTweet about this on Twitter