Abiturfragen aus dem gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder

Kleine Anfrage der Fraktion der FDP.

Professoren, gerade auch der Universität Bremen, klagen über die nachlassenden Vorkenntnisse der Abiturienten aus diesem Bundesland. Die hohe Abbruchquote unter Studierenden aus Bremen erklären sie mit fehlender Vorbereitung auf eine akademische Ausbildung durch das Abitur. Der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife ist in diesem Bundesland keine Garantie für eine Studienreife. Auch Arbeitgeber schlagen Alarm, sie nehmen eine Tendenz zum sichtbaren Leistungsunterschieden zwischen Bremer und Niedersächsischen Abiturienten war.

Mit diesem Trend des sinkenden Kenntnisstandes von Abiturienten steht Bremen dabei nicht allein. Bundesweit wurde in den vergangenen Jahrzehnten das Niveau des Abiturs abgesenkt um die Abiturientenquote, wie von der OECD gefordert, zu erhöhen.

Bremen hat die Chance verpasst hier aufzuholen und das eigene Abitur-Niveau im Bundesvergleich anzuheben. Im Gegenteil: Ein bundesdurchschnittliches Niveau konnte bisher nicht erreicht werden. Eine Anpassung an bundeseinheitliche Standards des Abitur-Niveaus ist dabei gerade für die Bremer Schüler extrem relevant um bei der Vergabe von Studienplätzen und Ausbildungen nicht abgehängt werden. Der Wohnort der Eltern darf nicht entscheidet sein für Bildungserfolg. Um Chancengleichheit für die Bremer Schüler zu garantieren muss ein Abitur aus Bremen muss den selben Wert besitzen wie ein Abitur aus einem anderen Bundesland.

Ein nützliches Mittel zur Anhebung des Niveaus ist dabei die bundesweite Vereinheitlichung der Prüfungen. Um eine Vergleichbarkeit der Abiturleistungen bundesweit zu ermöglichen, bietet der Abituraufgabenpool der Länder der von der Kultusministerkonferenz bereitgestellt wird Abiturfragen für die schriftlichen Abschlussprüfungen an. Die Intensität der Nutzung dieser differiert dabei stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Wie viele Aufgaben jedes Land in den Fragenkanon aufnimmt, bleibt diesem überlassen.

 

Aufgrund der schlechten Ausgangslage bietet sich für Bremen hier eine Chance durch die einheitlichen Fragen eine Aufwertung des Bremer Abiturs zu erreichen. Dazu ist ein konsequenter Einsatz der Fragen aus dem Abituraufgabenpool der Länder notwendig.

Wir fragen den Senat:

1.     Wie viel Prozent der Fragen, die in dem vergangenen drei Schuljahren im schriftlichen Abitur gestellt wurden, entstammen dem gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder? Bitte aufschlüsseln nach Prüfungsfach.

2.     Wie bewertet der Senat diese Quote?

3.     Wird eine Entwicklung hin zu einer 100% Nutzung der Aufgaben aus dem gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder angestrebt? Bitte begründen.

4.     Welche Erkenntnisse liegen über Qualität und Quantität der Beantwortung dieser Fragen im Vergleich zu den Fragen, die nicht diesem gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder entstammen vor und welche Schlüsse und Konsequenzen zieht der Senat daraus?

5.     Welche Erkenntnisse liegen dem Senat über die prozentuale Nutzung der Abiturprüfungsfragen aus dem gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder für andere Bundesländer vor?

6.     Wie bewertet der Senat diese Nutzung der gemeinsamen Abituraufgaben der anderen Bundesländer und welche Konsequenzen zieht der Senat daraus?

7.     Welches Ausbau-Potential sieht der Senat bei Abituraufgabenpool der Länder und zu wann sind weitere Entwicklungen diese geplant?

8.     Welche Anpassungen der Lehrpläne sind nach Ansicht des Senats nötig um eine 100 Prozentige Nutzung der Abituraufgabenpool der Länder als Abiturfragen des Landes Bremens zu ermöglichen? Hat es hier bereits Anpassungen gegeben oder sind diese geplant? Bitte begründen.

 

Julie Kohlrausch, Lencke Steiner und die Fraktion der FDP

 

 

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